Sitz: Frankfurt am Main
Essay-Wettbewerb 2003
Preis des Essaywettbewerbes der Schopenhauer-Gesellschaft an Daniel Schubbe verliehen
 Den Essaywettbewerb der Schopenhauer-Gesellschaft zum Thema „Die Bedeutung Schopenhauers für das moderne Bild des Menschen“ hat Daniel Schubbe aus Oldenburg gewonnen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis  wurde am 12. März 2004 anläßlich der Mitgliederversammlung der Schopenhauer-Gesellschaft verliehen. Der Präsident der 1911 gegründeten philosophischen Gesellschaft, Prof. Dr. Matthias Koßler, verweist in seiner Laudatio darauf, dass die Arbeit des Preisträgers mit dem Titel „Zwischen Willensmetaphysik und moderner Neurobiologie“ die Aktualität der Philosophie Schopenhauers auch in den gegenwärtigen Diskussionen überzeugend dargelegt hat:
Von den weit über 100 Interessenten aus mehreren Ländern Europas, die die Unterlagen angefordert hatten, hatten acht den Mut – oder haben die Anstrengung auf sich genommen, eine Arbeit einzureichen. Zwei der Arbeiten nehmen das Thema unter dem Aspekt der Ästhetik in Angriff (eine davon übrigens in Form einer Kurzgeschichte); zwei stellen Schopenhauers Bedeutung für die Psychologie heraus; eine weitere behandelt die Aufgabe eher allgemein. Die stärkste Gruppe aber bilden drei Arbeiten, die Schopenhauer in Beziehung zur Hirnforschung setzen. Daß die jungen Schopenhauerforscher, an die sich die Ausschreibung des Wettbewerbs ja richtete, an dieser Thematik besonderes Interesse haben, ist angesichts der aufsehenerregenden Entwicklungen in den Neurowissenschaften der letzten Jahre nicht zu verwundern. Man muß nicht der Ansicht sein, daß die Bedeutung Schopenhauers für das moderne Bild des Menschen auf diesem gerade aktuellen Gebiet zu suchen sein muß. Aber diese drei Arbeiten sind in formaler, sprachlicher und argumentativer Hinsicht die besten. Und sie lenken den Blick auf einen Zusammenhang, der in der Schopenhauer-Forschung noch kaum thematisiert ist. Daher haben die Herausgeber des Jahrbuchs beschlossen, alle drei Arbeiten im Rahmen eines Schwerpunkts in den kommenden Band aufzunehmen und so die Diskussion anzuregen.
Aus den drei Arbeiten hebt sich noch einmal der Aufsatz „Zwischen Willensmetaphysik und moderner Neurobiologie“ von Daniel Schubbe aus Oldenburg durch seine besonnene Behandlung des Themas heraus. Daniel Schubbe stellt darin nicht nur einen Vergleich zwischen den Thesen Schopenhauers und den Resultaten der Neurobiologie an. Er sieht vielmehr die Bedeutung Schopenhauers darin, daß er eine Metaphysik vorgetragen hat, die in der Lage ist, eine sinnvolle Ergänzung zu den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung zu bieten – die also in diesem Sinne eine „moderne“ Metaphysik darstellt. Und er läßt bewußt offen, welche Rolle Schopenhauers Lehre von der Freiheit des Willens als Ding an sich in diesem Zusammenhang spielen könnte. Aufgrund seiner klugen und kenntnisreichen Ausführungen hat Daniel Schubbe in den Augen der Jury die Auszeichnung und das Preisgeld von 2.000 Euro (das aus einer zweckgebundenen Spende stammt) verdient.